Adidas Torfabrik – Der wahrscheinlich rundeste Ball der Welt
„Der Ball ist rund“ – Das wusste damals schon Sepp Herberger. Doch er hatte sich damals sicher nicht ausmalen können, dass es auch Bälle geben könnte, die – nun, sagen wir – runder sind als die Bälle zu Herbergers Zeiten.
Doch genau das ist der Fall, wenn man den Worten des Sportartikelherstellers Adidas Glauben schenken darf. Die „Torfabrik“, früher auch bekannt als „Jabulani“, ist das neueste Machwerk der Franken und wirbt mit High-Tech-Design, einer guten Aerodynamik und einer optimalen Ballform.
Die Technik
Technisch ist die Torfabrik an den Jabulani angelehnt, der bei der Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika zum ersten Mal zum Einsatz kam und dort sowohl positive als auch negative Kritik erhielt. Die Oberfläche des Balles besteht aus acht dreidimensional geformten Panels, die das Innere des Balles umschließen. Durch den Verzicht von Nähten und einer thermischen Verschweißung wird eine bessere Rundung des Balles erreicht.
Rillen, die auf der Oberfläche platziert werden, sorgen für die passende Aerodynamik.
Ballverhalten
Lionel Messi, seines Zeichens amtierender Weltfußballer, urteilte über den Ball, dass dieser sowohl „für die Torhüter als auch für uns“ schwer ist. Und auch sonst hat der neue Ball vielerorts für heftige Kritik gesorgt. Insbesondere die Torhüter beschweren sich darüber, dass der Ball teilweise unvorhersehbare Flugkurven annimmt. Thomas Tuchel, derzeitiger Trainer des 1. FSV Mainz, stellte den bildhaften Vergleich auf, dass der Ball „Haken [schlägt], als säße ein Kaninchen drin“.
Dabei verfügt die Torfabrik über teils höchst beeindruckende Eigenschaften. So beginnt die dieser Ball, erst bei Geschwindigkeiten von 72 bis 80 km/h zu flattern, während ältere Bälle schon bei Geschwindigkeiten von ca. 50 km/h schwer einzuschätzen sind. Das ist überraschend, zumal die Torfabrik einer der leichtesten Bälle der Welt ist und somit eigentlich das Gegenteil zu erwarten wäre.
Positive Kritik erhält der Ball hingegen von Thomas Müller, Angreifer beim FC Bayern, der besonders hervorhebt, dass ein einheitlicher Ball für alle Mannschaften die Eingewöhnung während der Vorbereitung erleichtertere. Ob die Aussage in Zusammenhang mit dem Sponsoring der Trikots des Bayern München durch Adidas steht, bleibt offen.
Auch auf nassem Untergrund überzeugt die Torfabrik, da sie im Gegensatz zu früheren Bällen, kein Wasser absorbiert. Da es zu keiner Gewichtszunahme durch Feuchtigkeit kommt, bleibt das Ballverhalten bei einsetzendem Regen unverändert.